Pr?sident Thomas S. Monson
Erster Ratgeber in der Ersten Pr?sidentschaft
Vor einigen Jahren, kurz bevor unser j?ngster Sohn Clark zw?lf wurde, verlie?en wir beide gerade das Verwaltungsgeb?ude der Kirche, als Pr?sident Harold B. Lee auf uns zukam und uns begr??te. Ich erw?hnte, dass Clark bald zw?lf werden w?rde, worauf sich Pr?sident Lee ihm zuwandte und ihn fragte: „Was geschieht denn mit dir, wenn du zw?lf wirst?“
Es war einer jener Augenblicke, in denen man als Vater betet, dem Sohn m?ge die richtige Antwort einfallen. Ohne zu z?gern sagte Clark zu Pr?sident Lee: „Ich werde zum Diakon ordiniert!“
Das war genau die Antwort, f?r die ich gebetet hatte und die Pr?sident Lee hatte h?ren wollen. Er legte unserem Sohn ans Herz: „Denk immer daran, dass es ein gro?er Segen ist, das Priestertum zu tragen.“
Ich hoffe von ganzem Herzen, dass jeder junge Mann, der das Priestertum empf?ngt, es ehrt und das Vertrauen rechtfertigt, das ihm mit der ?bertragung des Priestertums entgegengebracht wird. M?gen wir alle, die wir das Priestertum Gottes tragen, wissen, woran wir glauben. M?gen wir, wie der Apostel Petrus uns ermahnt hat, stets bereit sein, „jedem Rede und Antwort zu stehen, der nach der Hoffnung fragt, die euch erf?llt“.1 Jeder von uns wird es immer wieder erleben, dass er seinen Glauben erkl?ren oder verteidigen muss. Wenn unser K?nnen gefordert wird, ist die Zeit der Vorbereitung vorbei.
Die meisten von euch jungen M?nnern werden die Gelegenheit haben, als Missionare in aller Welt Zeugnis zu geben. Bereitet euch jetzt auf diese wunderbare M?glichkeit vor.
Ich hatte oft Gelegenheit dazu. Beispielsweise vor 21 Jahren, als in Ostdeutschland – oder der DDR, wie es damals hie? – noch der Sozialismus herrschte. Damals kam ich mit dem ostdeutschen Staatssekret?r f?r Kirchenfragen, Minister Gysi, zusammen. Wir bauten zu der Zeit den Tempel in Freiberg sowie zwei oder drei Gemeindeh?user. Minister Gysi und ich sprachen ?ber verschiedene Themen, darunter unser weltweites Bauprogramm. Danach fragte er: „Warum ist Ihre Kirche so reich, dass Sie es sich leisten k?nnen, in unserem Land und ?berall auf der Welt Geb?ude zu errichten? Woher haben Sie das Geld?“
Ich antwortete, dass die Kirche nicht reich sei, sondern dass wir den alten biblischen Grundsatz des Zehnten befolgten, der in unseren neuzeitlichen heiligen Schriften erneut bekr?ftigt wird. Au?erdem erkl?rte ich, dass es in unserer Kirche keine bezahlten Geistlichen gibt, und deutete an, dass dies zwei Gr?nde seien, warum wir all diese Neubauten errichten konnten, darunter den wundersch?nen Tempel in Freiberg.
Minister Gysi war beeindruckt von dem, was ich ihm mitteilte, und ich war sehr dankbar, dass ich seine Fragen beantworten konnte.
Die Gelegenheit, einen wahren Grundsatz zu verk?nden, kommt vielleicht dann, wenn wir es am wenigsten erwarten. Bereiten wir uns vor!
Einmal wurde Pr?sident David O. McKay von einer Frau, die kein Mitglied der Kirche war, gefragt, durch welchen Glaubensgrundsatz sich die Lehre der Kirche von der Lehre aller anderen Religionen unterscheide. Sp?ter erz?hlte Pr?sident McKay, dass er sich zu der folgenden Antwort inspiriert gef?hlt hatte: „Meine Kirche unterscheidet sich von den anderen Kirchen in der Hauptsache dadurch, dass wir an Vollmacht von Gott durch direkte Offenbarung glauben.“2
Was w?re ein bezeichnenderes Beispiel f?r Vollmacht von Gott durch direkte Offenbarung als die Ereignisse, die sich an jenem „strahlend sch?nen Morgen in den ersten Fr?hlingstagen achtzehnhundertundzwanzig“ zutrugen, als der junge Joseph Smith in den Wald ging, um zu beten. Mit beeindruckenden Worten beschreibt er diesen Augenblick in der Geschichte: „Ich [sah] zwei Personen von unbeschreiblicher Helle und Herrlichkeit ?ber mir in der Luft stehen. Eine von ihnen redete mich an, nannte mich beim Namen und sagte, dabei auf die andere deutend: Dies ist mein geliebter Sohn. Ihn h?re!“3
Wir denken auch an das Erscheinen eines weiteren himmlischen Boten, n?mlich Johannes des T?ufers, am 15. Mai 1829. Am Ufer des Susquehanna bei Harmony in Pennsylvania legte er Joseph Smith und Oliver Cowdery die H?nde auf und ordinierte sie mit den Worten: „Euch, meinen Mitknechten, ?bertrage ich im Namen des Messias das Priestertum Aarons, das die Schl?ssel des Dienstes von Engeln und die des Evangeliums der Umkehr und die der Taufe durch Untertauchen zur S?ndenvergebung innehat.“4 Der Bote sagte, er handle auf Weisung von Petrus, Jakobus und Johannes, die die Schl?ssel des Melchisedekischen Priestertums inneh?tten. Dann folgten die Ordinierung und die Taufe. Dies ist ein weiteres Beispiel f?r Vollmacht von Gott durch direkte Offenbarung.
Zur bestimmten Zeit wurden dann Petrus, Jakobus und Johannes gesandt, um das Melchisedekische Priestertum zu ?bertragen. Diese Apostel, die der Herr gesandt hatte, ordinierten und best?tigten Joseph Smith und Oliver Cowdery zu Aposteln und damit zu besonderen Zeugen f?r den Namen Jesu Christi. Vollmacht von Gott durch direkte Offenbarung kennzeichnete auch diese Erscheinung.
Infolge dieser Ereignisse wird von uns gefordert – und das ist ein Segen und eine feierliche Pflicht –, dass wir das in uns gesetzte Vertrauen rechtfertigen.
Pr?sident Brigham Young hat dazu gesagt: „Das Priestertum des Sohnes Gottes ist das Gesetz, durch das die Welten sind und waren und f?r immer und immer sein werden.“5 Pr?sident Joseph F. Smith sagt dazu weiter: „Es ist nicht mehr und nicht weniger als die dem Menschen ?bertragene Macht Gottes, die ihn bef?higt, hier auf der Erde zur Errettung der Menschheit zu wirken und dabei rechtm??ig im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes zu handeln und nicht, indem er sich diese Vollmacht anma?t oder sich auf l?ngst vergangene Generationen beruft, sondern mit der Vollmacht, die in unserer Zeit von dienenden Engeln und Geistern aus dem Himmel, direkt aus der Gegenwart des allm?chtigen Gottes, gegeben wurde.“6
Als ich mich meinem 18. Geburtstag n?herte und mich auf den Milit?rdienst im Zweiten Weltkrieg vorbereitete, wurde ich f?r das Melchisedekische Priestertum vorgeschlagen. Mir fiel die Aufgabe zu, Pr?sident Paul C. Child, meinen Pfahlpr?sidenten, wegen eines Gespr?chstermins anzurufen. Er war ein Mensch, der die heiligen Schriften liebte und verstand, und ihm lag sehr daran, dass auch alle anderen sie vergleichbar liebten und verstanden. Ich hatte bereits von ausf?hrlichen und tiefsch?rfenden Gespr?chen mit ihm geh?rt, und so lief es am Telefon etwa folgenderma?en ab:
„Hallo, Pr?sident Child! Hier spricht Bruder Monson. Der Bischof hat mir gesagt, ich soll mich mit Ihnen treffen, weil ich zum ?ltesten ordiniert werden soll.“
„Sch?n, Bruder Monson. Wann haben Sie Zeit?“
Ich wusste, dass er um vier zur Abendmahlsversammlung musste, und da ich vermeiden wollte, dass er meine Schriftkenntnisse allzu genau unter die Lupe nahm, schlug ich vor: „Wie w?re es um drei?“
Darauf erwiderte er: „Ach, Bruder Monson, da bleibt uns viel zu wenig Zeit, uns die heiligen Schriften anzusehen. Kommen Sie doch bitte um zwei und bringen Sie Ihre markierten Schriften mit!“
Schlie?lich kam der Sonntag, und ich suchte Pr?sident Child zu Hause auf. Ich wurde herzlich begr??t, und dann begann das Gespr?ch. Er sagte: „Bruder Monson, Sie tragen das Aaronische Priestertum.“ Das war allerdings richtig. „Haben Ihnen jemals Engel gedient?“, fuhr er fort.
Darauf meine Antwort: „Da bin ich mir nicht sicher.“
„Wissen Sie denn nicht“, sagte er, „dass Sie ein Anrecht auf den Dienst von Engeln haben?“
Meine Antwort: „Nein!“
Dann wies er mich an: „Bruder Monson, sagen Sie mir auswendig den 13. Abschnitt des Buches Lehre und B?ndnisse auf.“
Ich begann: „Euch, meinen Mitknechten, ?bertrage ich im Namen des Messias das Priestertum Aarons, das die Schl?ssel des Dienstes von Engeln ?“
„Halt“, sagte Pr?sident Child. Dann f?gte er in einem freundlichen und ruhigen Ton hinzu: „Bruder Monson, vergessen Sie niemals, dass Sie als Tr?ger des Aaronischen Priestertums ein Anrecht auf den Dienst von Engeln haben. Und nun bitte weiter.“
Daraufhin sagte ich aus dem Ged?chtnis den restlichen Abschnitt auf. „Ausgezeichnet!“, meinte Pr?sident Child und ging dann mit mir noch verschiedene andere Abschnitte aus dem Buch Lehre und B?ndnisse durch, in denen es um das Priestertum geht. Es war ein langes Gespr?ch, aber ich habe es nie vergessen. Zum Abschluss legte mir Pr?sident Child den Arm auf die Schulter und sagte: „Jetzt sind Sie bereit, das Melchisedekische Priestertum zu empfangen. Vergessen Sie nicht, dass der Herr einen jeden segnet, der ihm dient.“
Viele Jahre sp?ter besuchte Paul C. Child, der inzwischen dem Priestertums-Wohlfahrtskomitee angeh?rte, zusammen mit mir eine Pfahlkonferenz. Als er bei der Priestertumsf?hrerschaftsversammlung an der Reihe war und sprechen sollte, nahm er seine heiligen Schriften in die Hand und ging vom Podium hinunter zu den Versammelten. Da ich Pr?sident Child ja kannte, wusste ich schon, was er vorhatte. Er zitierte aus dem Buch Lehre und B?ndnisse, darunter auch aus Abschnitt 18, wo es um den Wert einer Seele geht, und wies darauf hin, dass wir uns alle Tage abm?hen m?ssen, dem Herrn Seelen zuzuf?hren. Daraufhin wandte er sich einem der ?ltestenkollegiumspr?sidenten zu und fragte ihn: „Was ist der Wert einer Seele?“
Verbl?fft hielt der Kollegiumspr?sident eine Weile inne, um sich seine Antwort zurechtzulegen. Von Herzen betete ich darum, dass ihm die richtige Antwort einfallen m?ge. Schlie?lich sagte er: „Der Wert einer Seele besteht darin, dass sie f?hig ist, wie Gott zu werden.“
Bruder Child schloss seine heiligen Schriften und schritt feierlich und leise den Gang zur?ck zum Podium. Als er an mir vorbeikam, sagte er: „Eine sehr tiefgr?ndige Antwort!“
Wir alle m?ssen den Eid und Bund des Priestertums kennen, denn er gilt f?r uns alle. Jedem, der das Melchisedekische Priestertum tr?gt, wird damit gesagt, dass es ihm obliegt, Gottes Gesetze treu zu befolgen und die Berufungen gro? zu machen, die ihm ?bertragen werden. Jedem Tr?ger des Aaronischen Priestertums wird gesagt, welche Pflichten und Aufgaben auf ihn warten, damit er sich hier und jetzt darauf vorbereiten kann.
Der Herr beschreibt den Eid und Bund des Priestertums wie folgt:
„Denn diejenigen, die treu sind, sodass sie diese zwei Priestert?mer erlangen, von denen ich gesprochen habe, und ihre Berufung gro? machen, werden vom Geist geheiligt, sodass sich ihr K?rper erneuern wird.
Sie werden S?hne Moses und Aarons und Nachkommen Abrahams und die Kirche und das Reich und die Auserw?hlten Gottes.
Und alle, die dieses Priestertum empfangen, die empfangen auch mich, spricht der Herr; denn wer meine Knechte empf?ngt, der empf?ngt mich; und wer mich empf?ngt, der empf?ngt meinen Vater; und wer meinen Vater empf?ngt, der empf?ngt meines Vaters Reich; darum wird ihm alles gegeben werden, was mein Vater hat.“7
Der mittlerweile verstorbene Elder Delbert L. Stapley vom Kollegium der Zw?lf Apostel hat einmal gesagt: „Dieser Eid und Bund ist haupts?chlich an zwei Bedingungen gekn?pft. Die erste ist Glaubenstreue, n?mlich Gehorsam gegen?ber Gottes Gesetzen und letztlich das Befolgen aller Evangeliumsgrunds?tze. ?
Die zweite Bedingung ist, dass man seine Berufung gro? macht. Das bedeutet, dass man sie ehrt, erh?ht und verherrlicht und daf?r sorgt, dass sie noch mehr gesch?tzt und geachtet wird. Es bedeutet auch, dass man sie an Bedeutung gewinnen l?sst, dass man sie ausweitet.“8
Der Prophet Joseph Smith wurde einmal gefragt: „Bruder Joseph, du forderst uns immer wieder auf, unsere Berufung gro? zu machen. Was bedeutet das?“ Darauf soll er geantwortet haben: „Eine Berufung gro? zu machen bedeutet, dass man sie w?rdig erf?llt und wichtig nimmt, damit die Menschen durch das, was man tut, das Licht des Himmels sehen k?nnen. Ein ?ltester macht seine Berufung gro?, wenn er lernt, was einem ?ltesten obliegt, und dann entsprechend handelt.“
Diejenigen, die das Aaronische Priestertum tragen, m?ssen die M?glichkeit erhalten, ihre Berufung in diesem Priestertum gro? zu machen.
Vor zwei Jahren besuchte ich an einem Sonntag die Abendmahlsversammlung meiner Gemeinde. Das kommt selten vor. Am Abendmahlstisch sa?en drei Priester. Der junge Mann in der Mitte war etwas in seiner Bewegung behindert, vor allem aber auch beim Sprechen. Zweimal versuchte er, das Brot zu segnen, aber er kam immer wieder ins Stocken, sicher auch aus Verlegenheit, weil er das Gebet nicht richtig sprechen konnte. Einer der anderen Priester machte f?r ihn weiter und segnete das Brot.
Als das Brot ausgeteilt wurde, dachte ich: „Es darf nicht sein, dass dieser junge Mann am Abendmahlstisch scheitert.“ Ich sp?rte deutlich, dass es ihm gelingen w?rde, das Wasser richtig zu segnen, wenn ich nicht zweifelte. Da ich auf dem Podium in der N?he des Abendmahlstisches sa?, lehnte ich mich zu dem Priester hin?ber, der mir am n?chsten war, zeigte auf den jungen Mann, der die Schwierigkeiten gehabt hatte, und sagte: „Lass ihn das Wasser segnen, das Gebet ist k?rzer.“ Und dann betete ich. Ich wollte nicht, dass er wieder versagt. Wie sehr mag ich doch die Schriftstelle, wo steht, dass wir nicht zweifeln, sondern gl?ubig sein sollen!9
Als das Wasser gesegnet werden sollte, kniete der junge Mann sich noch einmal nieder und sprach das Gebet, vielleicht etwas stockend, aber ohne ein Wort auszulassen. Ich freute mich im Stillen. W?hrend die Diakone das Abendmahl austeilten, sah ich den Jungen an und zeigte mit dem Daumen nach oben. Er dankte mir mit einem breiten L?cheln. Als sich die jungen M?nner wieder zu ihrer Familie setzen durften, sa? er zwischen seiner Mutter und seinem Vater. Ich freute mich sehr, als ich sah, dass seine Mutter ihn mit einem frohen L?cheln herzlich umarmte und auch sein Vater ihm gratulierte und ihm den Arm um die Schulter legte. Alle drei blickten in meine Richtung, und ich zeigte noch einmal mit dem Daumen nach oben. Ich sah, dass sich die Mutter und der Vater Tr?nen aus den Augen wischten. Ich versp?rte Zuversicht, dass dieser junge Mann in Zukunft seine Sache gut machen w?rde.
Das Priestertum ist nicht so sehr ein Geschenk, sondern vielmehr ein Auftrag zum Dienen, das Vorrecht, jemanden aufrichten zu k?nnen, und die M?glichkeit, anderen ein Segen zu sein.
Vor kurzem erhielt ich einen Brief mit einem Bericht ?ber einen gro?artigen jungen Diakon, Isaac Reiter, und die Diakone, Lehrer und Priester, die ihm dienten, ihn aufrichteten, ihm ein Segen waren und dabei auch selbst gesegnet wurden.
Seit Isaac sieben Monate alt war bis zu seinem Tod im Alter von 13 Jahren k?mpfte er gegen den Krebs. Als er und seine Familie in die N?he eines Krankenhauses zogen, damit Isaac die notwendige ?rztliche Betreuung erhielt, wurden die Tr?ger des Aaronischen Priestertums in der Gemeinde vor Ort darum gebeten, ihnen jeden Sonntag das Abendmahl zu bringen. Diesem w?chentlichen Dienst kamen die jungen M?nner, die sich daran beteiligten, bald sehr gerne nach. Mit ihren Priestertumsf?hrern und Isaacs Familie scharten sie sich um Isaacs Bett im Krankenhaus, sangen Kirchenlieder und gaben Zeugnis. Dann wurde das Abendmahl gesegnet. Isaac bestand immer darauf, dass er, als Diakon, seiner Familie und allen, die gekommen waren, das Abendmahl reichen durfte. Er lag im Bett und nahm alle Kraft zusammen, um das Tablett mit dem gesegneten Brot oder Wasser zu halten. Dann gingen alle Anwesenden zu Isaac und nahmen das Abendmahl von diesem Tablett. Bald nahmen auch Krankenschwestern und andere Krankenhausbedienstete an diesen Versammlungen teil. Sie erkannten, dass Isaac dem himmlischen Vater sehr nahe war und ihn immer ehrte. Obwohl Isaac sehr schwach war und Schmerzen litt, hielt er sich ehrenhaft, denn er trug ein k?nigliches Priestertum.
Isaac war den jungen M?nnern der Gemeinde ein gro?es Vorbild. Sie sahen seinen Wunsch, seine Pflicht zu erf?llen, selbst als er dem Tod nahe war, und sie erkannten, dass diese Pflicht in Wirklichkeit ein Vorrecht war. Sie gingen fr?her zur Kirche, um das Abendmahl vorzubereiten und rechtzeitig auf ihrem Platz zu sitzen. Es herrschte mehr Andacht.
Isaac Reiter wurde zu einer lebendigen Predigt dar?ber, wie man das Priestertum ehrt. Bei seiner Beerdigung sagte man, er sei sein ganzes Leben lang mit einem Bein im Himmel gewesen. Sicherlich macht er jenseits des Schleiers weiterhin seine Pflichten gro? und wirkt mit im Werk des Herrn.
Wir, die wir das Melchisedekische Priestertum tragen, haben stets die M?glichkeit, unsere Berufung gro? zu machen. Wir sind Hirten, die ?ber Israel wachen. Die hungrigen Schafe blicken auf und sind bereit, mit dem Brot des Lebens gen?hrt zu werden. Sind wir bereit, Br?der, die Herde Gottes zu weiden? Es ist zwingend erforderlich, dass wir uns bewusst sind, was eine Menschenseele wert ist, und niemals einen seiner kostbaren S?hne aufgeben.
Sollte sich jemand zu schwach f?hlen, sich zu bessern, und zwar aus der gr??ten Furcht heraus, n?mlich der Furcht, zu versagen, gibt es keine tr?stlichere Zusicherung als die Worte des Herrn: „Meine Gnade ist ausreichend f?r alle Menschen, die sich vor mir dem?tigen; denn wenn sie sich vor mir dem?tigen und Glauben an mich haben, dann werde ich Schwaches f?r sie stark werden lassen.“10
Wunder gibt es ?berall dort, wo eine Berufung im Priestertum gro? gemacht wird. Wenn der Glaube an die Stelle des Zweifels tritt, wenn selbstloses Dienen jedes selbsts?chtige Bestreben ausl?scht, dann bringt die Macht Gottes seine Absichten zuwege. Wen Gott beruft, den bef?higt er auch.
Ich bete aufrichtig darum, dass der himmlische Vater alle, die sein kostbares Priestertum tragen, immer segnen, inspirieren und f?hren m?ge, und ich sage dies im Namen Jesu Christi. Amen.