Elder Gary J. Coleman
von den Siebzigern
Die Christenheit feiert das Leben und Wirken von Jesus Christus, dem einziggezeugten Sohn Gottes, des ewigen Vaters. Christliche Kirchen, deren Lehren stark voneinander abweichen, sind ?berall in der Welt vertreten. Als die 14-j?hrige Cortnee, die Tochter eines Missionspr?sidenten, an einer neuen Schule in die neunte Klasse kam, wurde sie von Mitsch?lern gefragt, ob sie Christin sei. Sie verspotteten sie, als sie antwortete, sie sei Mormonin, ein gel?ufiger Ausdruck f?r die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage. Als sie wieder zu Hause war, fragte sie ihre Mutter: ?Mama, sind wir Christen??
Die Familie, in der ich aufwuchs, war sehr gl?ubig und geh?rte einer anderen christlichen Gemeinschaft an. Kurz nach meiner Geburt wurde ich getauft und Mitglied dieser Gemeinschaft. Als Familie gingen wir jede Woche in die Kirche. Meine Br?der und ich halfen als Ministranten jahrelang den Pfarrern, die unseren Gottesdienst am Sonntag leiteten. Unsere Familie betete jeden Tag gemeinsam ? daraus lernte ich, wie wichtig das Familiengebet ist. Ich dachte, ich w?rde eines Tages in meiner Kirche Berufsgeistlicher werden. F?r uns stand au?er Frage, dass wir uns als gl?ubige Christen bezeichnen konnten.
Als Universit?tsstudent lernte ich allerdings die Mitglieder und die Lehren der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage kennen, einen christlichen Glauben, dessen Fundament der Erretter ist. Ich befasste mich mit der Lehre von der Wiederherstellung des Evangeliums Jesu Christi in diesen Letzten Tagen. Ich erfuhr mir bisher unbekannte Wahrheiten, die mein Leben und mein Evangeliumsverst?ndnis ver?nderten. Nachdem ich mich lange damit auseinandergesetzt, gebetet und Glauben ausge?bt hatte, entschloss ich mich, die herrlichen wiederhergestellten Lehren anzunehmen, die nur in dieser Kirche zu finden sind.
Die erste wiederhergestellte Wahrheit, die ich erfuhr, betraf das Wesen der Gottheit. Die wahre christliche Lehre, dass die Gottheit aus drei eigenst?ndigen Wesen besteht, war zu biblischen Zeiten bekannt. Gott hat zu mehreren Gelegenheiten von Jesus, seinem einziggezeugten Sohn, Zeugnis abgelegt. Bei der Taufe Jesu sagte er: ?Das ist mein geliebter Sohn, an dem ich Gefallen gefunden habe.?1 Jesus selbst gab Zeugnis von Gott, seinem Vater, als er sagte: ?Das ist das ewige Leben: dich, den einzigen wahren Gott, zu erkennen und Jesus Christus, den du gesandt hast.?2 Wir lesen, dass nach dem Tod und der Auferstehung Jesu Stephanus ?erf?llt vom Heiligen Geist ? zum Himmel [emporblickte], ? die Herrlichkeit Gottes und Jesus zur Rechten Gottes stehen [sah] und rief: Ich sehe den Himmel offen und den Menschensohn zur Rechten Gottes stehen.?3 Welch ein ergreifendes Zeugnis von der Gottheit aus dem Munde dieses J?ngers Christi!
Die Erkenntnis von Gott und davon, dass er einen eigenen K?rper hat und nicht mit seinem Sohn und dem Heiligen Geist verschmolzen ist, ging nach dem Tod Christi und seiner Apostel verloren. Verwirrung und falsche Lehren ?ber die Gottheit waren die Folge des niz?ischen Glaubensbekenntnisses und der Konzile von Konstantinopel, wo Menschen verk?ndeten, die Gottheit bestehe nicht aus drei eigenst?ndigen Wesen, sondern aus drei Personen, die ein Gott seien, die sogenannte Dreieinigkeit. Wie die protestantischen Reformatoren hatte auch ich M?he mit diesen menschlichen Glaubensbekenntnissen. Die Lehren ?ber die Dreieinigkeit, die mir in meiner Jugend beigebracht wurden, waren mir unbegreiflich.
Als man mir aber die herrlichen Wahrheiten der ersten Vision des Propheten Joseph Smith nahebrachte, war es f?r mich ein erstaunliches Erwachen, als ich schlie?lich die Wahrheit ?ber das Wesen Gottes, des ewigen Vaters, und seines einziggezeugten Sohnes verstand. Joseph Smith hat erkl?rt: ?Ich [sah] zwei Personen von unbeschreiblicher Helle und Herrlichkeit ?ber mir in der Luft stehen. Eine von ihnen redete mich an, nannte mich beim Namen und sagte, dabei auf die andere deutend: Dies ist mein geliebter Sohn. Ihn h?re!?4 Diese himmlische Vision brachte die wundersame, aber klare und kostbare Erkenntnis von Gott und seinem Sohn auf die Erde zur?ck und zerstreute mit einem Mal das, was mir ?ber die Dreieinigkeit beigebracht worden war.
Ich wei?, dass Offenbarungen vom Himmel an die Stelle der schlimmen Irrt?mer in den von Menschen ersonnenen Lehren ?ber die Gottheit getreten sind. Ich wei?, Gott ist unser Vater im Himmel. Sein Sohn Jesus Christus ist mein Erretter. Der Heilige Geist gibt Zeugnis vom Vater und vom Sohn. Ich sage Gott von Herzen Dank daf?r, dass er der Menschheit in diesen Letzten Tagen den auferstandenen Herrn Jesus Christus kundgetan hat. Der Erretter lebt; er wurde gesehen; er hat gesprochen; er lenkt das Werk seiner Kirche in unserer Zeit durch Apostel und Propheten. Welch erhabene Wahrheiten hat er, der gute Hirte, der auch weiterhin ?ber seine Schafe wacht, doch gelehrt!
Die zweite wiederhergestellte Wahrheit, von der ich als Untersucher dieser Kirche erfahren habe, ist, dass es weitere heilige Schriften und Offenbarungen gibt. Der Prophet Jesaja sah in einer Vision von einer Zeit, in der Gott ?seltsam handeln? werde, ?so seltsam, wie es niemand erwartet?, ein Buch.5 Ich bezeuge, dass es sich bei diesem Buch um das Buch Mormon, einen weiteren Zeugen f?r Jesus Christus, handelt. Dieser heilige Bericht wurde von Propheten Gottes geschrieben, um alle Menschen zu bewegen, zu Christus zu kommen. Es tr?gt auch dazu bei, das Evangelium Jesu Christi in seiner F?lle zu offenbaren. Das Buch Mormon berichtet von Propheten und anderen treuen Mitgliedern der Kirche, die schon vor der Geburt des Erretters den Namen Christi auf sich genommen haben.6 Es berichtet davon, wie der auferstandene Christus die Menschen gelehrt hat, was sie tun m?ssen, um Frieden in diesem Leben und ewiges Heil in der k?nftigen Welt zu erlangen. Was k?nnte denn christlicher sein, als danach zu trachten, seinen Namen auf sich zu nehmen und seinem Rat zu folgen, damit man mehr so wird wie er?
Pr?sident Gordon B. Hinckley hat gesagt: ?Ich verstehe nicht, warum die Christenheit dieses Buch nicht annimmt.?7 Ich las das Buch Mormon zum ersten Mal, als ich 21 war. Damals fragte ich Gott, ob es wahr sei. Durch die tr?stende Macht des Heiligen Geistes wurde mir kundgetan, dass es wahr ist.8 Ich wei?, dass das Buch Mormon ein zweiter Zeuge f?r Jesus Christus ist. Ich schlie?e mich mit meinem Zeugnis den Propheten in diesem heiligen Buch an und verk?nde mit ihnen: ?Wir reden von Christus, wir freuen uns ?ber Christus, wir predigen von Christus, wir prophezeien von Christus.?9 Ich bin zutiefst dankbar f?r jedes Wort, das er gesprochen hat, und f?r jedes Wort, das er noch sprechen wird und durch das er mit lebendigem Wasser unseren Durst stillt.
Eine weitere wiederhergestellte Wahrheit des Evangeliums, die ich kennenlernte, ist, dass die Priestertumsvollmacht ? die Macht, im Namen Gottes zu handeln ? wiederhergestellt wurde. Fr?here Propheten und Apostel wie Elija, Mose, Johannes der T?ufer, Petrus, Jakobus und Johannes wurden von Gott und Christus in unsere Zeit gesandt, um das heilige Priestertum Gottes wiederherzustellen. Jeder Priestertumstr?ger in dieser Kirche kann seine Priestertumsvollmacht direkt auf Jesus Christus zur?ckverfolgen. Heute besitzen Menschen die Schl?ssel, die erforderlich sind, um die Kirche aufzurichten, damit wir zu Christus kommen und an seinen ewigen, errettenden Verordnungen teilhaben k?nnen.10 Ich bezeuge, dass dies die Kirche Jesu Christi ist ? die einzige Kirche, die mit wahrer Priestertumsvollmacht erm?chtigt ist, die Schl?ssel zur Errettung durch heilige Handlungen anzuwenden.
Cortnee fragte: ?Mama, sind wir Christen?? Als Mitglied der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage sind Sie Christ, und ich bin es auch. Ich bin ein gl?ubiger Christ, der das unsagbare Gl?ck hat, seit seiner Bekehrung zur wiederhergestellten Kirche gr??ere Erkenntnis ?ber die wahre ?Lehre Christi?11 zu haben. Diese Tatsachen erkl?ren, warum diese Kirche im Besitz der F?lle des Evangeliums Jesu Christi ist. So wie andere Mitglieder der Kirche begreife ich heute das wahre Wesen der Gottheit. Ich habe Zugang zu weiteren heiligen Schriften und Offenbarungen, und ich kann an den Segnungen der Priestertumsvollmacht teilhaben. Ja, Cortnee, wir sind Christen, und von diesen Wahrheiten gebe ich Zeugnis. Im Namen Jesu Christi. Amen.