Elder Anthony D. Perkins
von den Siebzigern
Kinder verk?nden mit reinem Glauben: „Wir glauben an Gott, den ewigen Vater, und an seinen Sohn, Jesus Christus, und an den Heiligen Geist.“1 Doch sowohl Jugendliche als auch Erwachsene sp?ren manchmal die Kraft dieser einfachen Aussage nicht.
Der Satan ist der „Feind aller Rechtschaffenheit?2, deshalb pflanzt er in uns Zweifel ?ber das Wesen der Gottheit und unsere Beziehung zu ihr. Jesus Christus hat vorhergesagt, dass in den Letzten Tagen sogar die Auserw?hlten irregef?hrt werden.3 Betrachten Sie drei Beispiele daf?r, wie Luzifer „Fallen und Schlingen [legt], um die Heiligen Gottes zu fangen“.4
Die Schlinge der falschen Unzul?nglichkeit. Eine glaubensvolle junge Frau f?hlt sich unf?hig, den Erwartungen anderer gerecht zu werden. Zuhause und in der Schule wird sie kaum gelobt und oft kritisiert. Die modernen Medien vermitteln ihr, sie sei nicht sch?n oder klug genug. T?glich fragt sich diese rechtschaffene Schwester, inwieweit sie als Mensch der Liebe des himmlischen Vaters, des S?hnopfers des Erretters und der best?ndigen F?hrung des Geistes w?rdig sei.
Die Schlinge der ?bertriebenen Unvollkommenheit. Ein hervorragender Missionar f?hlt sich den Erwartungen Gottes nicht gewachsen. In seiner Vorstellung sieht dieser w?rdige ?lteste einen strengen himmlischen Vater, der unwiderruflich der Gerechtigkeit verpflichtet ist, einen Erl?ser, der die Verfehlungen anderer zu bereinigen vermag, doch die dieses ?ltesten nicht, und einen Heiligen Geist, der nicht bereit ist, einem unvollkommenen Menschen beizustehen.
Die Schlinge der ?berfl?ssigen Schuld. Eine Frau mittleren Alters ist eine hingebungsvolle Mutter, eine liebevolle Freundin, sie dient glaubenstreu in der Kirche und besucht regelm??ig den Tempel. Aber in ihrem Herzen kann sich diese Schwester S?nden nicht vergeben, die sie vor Jahren begangen hat, von denen sie umgekehrt ist und die sie mit ihren Priestertumsf?hrern bereinigt hat. Sie bezweifelt, dass ihr Leben jemals vor dem Herrn annehmbar sein wird, und hat die Hoffnung auf ewiges Leben in der Gegenwart des himmlischen Vaters verloren.
Falls Sie ?hnliche Gedanken oder Gef?hle haben wie diese guten Heiligen, fordere ich Sie auf, wie ein kleines Kind zu werden und „die gro?e und wunderbare Liebe, die der Vater und der Sohn dadurch bekundet hatten, dass der Erl?ser in die Welt gekommen war“,5 erneut zu versp?ren. Kindlicher Glaube an die vollkommene Liebe des himmlischen Vaters und Jesu Christi wird des Satans Schlingen der Unzul?nglichkeit, Unvollkommenheit und Schuld „zerteilen“.6
Ein Sprichwort sagt: Wie der Mensch im Herzen denkt, so ist er.7 Ich m?chte Ihnen – neben st?ndigem Beten, Schriftstudium, und dem Besuch des Tempels und der Versammlungen der Kirche – f?nf ?nderungen f?r Herz und Gedanken empfehlen, durch die Sie die einf?hlsame Liebe Gottes vermehrt sp?ren k?nnen.
Erstens: Sehen Sie sich selbst als kostbares Kind eines liebenden himmlischen Vaters. Unsere Kinder singen mit Zuversicht: „Ich bin ein Kind von Gott, der mich zur Welt geschickt.“8 Kleine Kinder sp?ren und wissen, was Sie m?glicherweise vergessen haben. Sie sind ein geliebter Sohn, eine geliebte Tochter des himmlischen Vaters, geschaffen „als sein Abbild“9, und von unermesslichem Wert, der so gro? ist, dass Jesus Christus sein Leben f?r Sie gegeben hat.
Gott, der Vater, ist barmherzig und liebt Sie unendlich, trotz Ihrer Fehler. Nur die Stimme des Satans veranlasst Sie, sich wertlos zu f?hlen. Im Gegensatz dazu wird der Heilige Geist Sie dazu veranlassen „gottgewollte Traurigkeit“10, die zur Umkehr f?hrt, in einer Weise zu empfinden, die Sie mit Hoffnung auf Ver?nderung zum Guten erf?llt.
Wenn Sie sich wertlos f?hlen, denken Sie daran: „Die Seelen haben gro?en Wert in den Augen Gottes.“11 Lassen Sie davon ab, st?ndig in Gedanken oder Worten negative Begriffe f?r sich selbst zu verwenden – es besteht ein deutlicher Unterschied zwischen Demut und Dem?tigung. Erkennen und nutzen Sie Ihre einzigartigen Talente, anstatt bei Ihren Schw?chen zu verweilen.
Zweitens: Legen Sie Ihre Lasten Jesus Christus auf. Wenn Sie sich von Erwartungen und Herausforderungen ?berw?ltigt f?hlen, bestreiten Sie den Kampf nicht allein. Folgen Sie dem Beispiel kleiner Kinder, und gehen Sie im Gebet auf die Knie.
Jesus Christus hat uns geboten: „Blickt in jedem Gedanken auf mich; zweifelt nicht, f?rchtet euch nicht.“12 Zweifel, Furcht und Sorge weisen darauf hin, dass wir alle Lasten und ?ngste des Lebens uns selbst aufgeb?rdet haben. Wenn Sie der Gedanke plagt, unzul?nglich zu sein, sagen Sie getrost: „Alles vermag ich durch ihn, der mir Kraft gibt.“13 Wenn Sie dann „frohgemut alles tun, was in [Ihrer] Macht liegt“,14 k?nnen Sie in der Gewissheit zur Ruhe kommen, dass der Herr das ?brige tun und alles gut werden wird.
Der Erretter hat verhei?en: „Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich werde euch Ruhe verschaffen.“15 Wenn Sie Ihre „Sorgen auf den Herrn“ werfen,16 werden Sie den Frieden des Geistes versp?ren.17
Drittens: Vergeben Sie sich selbst Ihre S?nden und Unvollkommenheiten. Der himmlische Vater erwartet nicht, dass Sie im irdischen Leben v?llig vollkommen werden. Er wusste, dass seine Kinder Fehler machen w?rden, w?hrend sie hier auf der Erde aus Erfahrungen lernen. Aber „Gott hat die Welt so sehr geliebt“,18 dass sein Plan des Gl?cklichseins einen gn?digen Erretter vorsah.
Jesus hat gesagt: „Ich, der Herr, vergebe, wem ich vergeben will, aber von euch wird verlangt, dass ihr allen Menschen vergebt.“19 Beginnen Sie bei sich selbst, und vergeben Sie auch anderen. Wenn Gott sich nicht mehr an S?nden erinnert, von denen wir umgekehrt sind,20 warum sollten wir es dann tun? Vermeiden Sie es, Zeit und Energie zu verschwenden, indem Sie Vergangenes erneut durchleben.
Um sich selbst und anderen zu vergeben, m?ssen Sie dem S?hnopfer Jesu Christi vertrauen. Der Prophet Zenoch betete: „Du bist zornig, o Herr, auf dieses Volk, weil es deine gro?e Barmherzigkeit nicht verstehen will, die du ihm zuteil werden l?sst um deines Sohnes willen.“21 Unser Vater im Himmel ist betr?bt, wenn wir die Macht des S?hnopfers seines Sohnes beschr?nken. Wenn Sie Glauben an Jesus Christus aus?ben, kann Ihre Schuld „weggefegt“22 werden. Falls nach aufrichtiger Umkehr Schuldgef?hle verbleiben, vertrauen Sie Ihren Priestertumsf?hrern, wenn diese Sie als w?rdig bezeichnen.23
Viertens: Erhalten Sie die Hoffnung auf ewiges Leben aufrecht. Wenn in Ihrer Vorstellung vergangene S?nden, Charakterschw?chen und unkluge Entscheidungen Sie davon abhalten, alle Segnungen Gottes zu empfangen, denken Sie daran, was Alma der ?ltere erlebt hat. In Bezug auf seine jungen Jahre als sittenloser Priester K?nig Noas gibt Alma zu: „Ich selbst hatte mich in einer Schlinge gefangen und vieles getan, was in den Augen des Herrn ein Gr?uel war, und dies verursachte mir schmerzhafte Umkehr.“24 Dennoch war Almas Umkehr so vollst?ndig und das S?hnopfer Christi so unendlich, dass Alma ein Prophet wurde und ihm ewiges Leben verhei?en wurde.25 Wenn Sie Ihr Bestes geben, um gehorsam und umkehrwillig zu sein, k?nnen auch Sie durch das S?hnopfer und die Gnade Jesu Christi einen Platz im celestialen Reich erlangen.26
F?nftens: Entdecken Sie jeden Tag Freude. Eine Quelle der Freude ist das Dienen, denn wenn damit Sie besch?ftigt sind, anderen zu helfen, fehlt Ihnen die Zeit, sich mit Ihren eigenen Unzul?nglichkeiten zu qu?len. Der Erretter hat in seiner Weisheit gelehrt: „Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen und um des Evangeliums willen verliert, wird es retten.“27
Sie werden gr??ere Freude im Leben erfahren, wenn Sie den Pessimismus der Erwachsenen ausrotten und durch kindlichen Optimismus ersetzen. Optimismus ist eine Tugend, die uns erlaubt, die liebende Hand Gottes in den Kleinigkeiten des Lebens zu sehen. Ein beliebtes Kirchenlied empfiehlt: „Sieh den Segen, sieh, was Gott getan.“28
Ich gebe Zeugnis vom himmlischen Vater, der sich mit gro?er und wunderbarer Liebe um jedes seiner Kinder k?mmert. Ich gebe Zeugnis von Jesus Christus, der m?chtig ist, uns von unseren Unzul?nglichkeiten, Unvollkommenheiten und S?nden zu erretten.29 Ich gebe Zeugnis vom Heiligen Geist, der die unvollkommene, doch bu?fertige Seele begleitet. Ich flehe f?r Sie, die Sie als glaubenstreue und w?rdige Heilige mit dem heutigen Netz des Teufels zu k?mpfen haben:30 „M?ge euch Gott gew?hren, dass eure Lasten leicht seien durch die Freude an seinem Sohn.“31 Im heiligen Namen Jesu Christi. Amen.