176th Semiannual General Conference, October 2006

Erhebt euch, M?nner des Herrn!

Pr?sident Gordon B. Hinckley

Das Priestertum bringt die gro?e Verpflichtung mit sich, seiner w?rdig zu sein.

Br?der, Sie sehen mir wie ein recht hemds?rmeliges Priestertum aus. Sie alle haben etwas Wei?es an ? bereit f?r die Arbeit. Und es ist an der Zeit, sich an die Arbeit zu machen.

Was f?r ein bemerkenswerter Anblick dies doch ist. Dieses gro?artige Konferenzzentrum ist bis auf den letzten Platz gef?llt, und unsere Worte werden in alle Welt ?bertragen. Dies ist vermutlich die gr??te Zusammenkunft von M?nnern des Priestertums, die je stattgefunden hat. Ich begl?ckw?nsche Sie, dass Sie heute Abend anwesend sind.

Vor kurzem habe ich im Fernsehen ein Konzert des M?nnerchores der BYU gesehen. Sie sangen ein bewegendes St?ck mit dem Titel ?Erhebt euch, M?nner des Herrn?. Es wurde 1911 von William P. Merrill geschrieben, und ich habe festgestellt, dass sich eine Version davon im englischen Gesangbuch befindet, auch wenn ich mich nicht entsinnen kann, es je gesungen zu haben.

Der Text gibt den Geist alter Kirchenlieder aus England wieder, wie sie von Charles Wesley und anderen geschrieben wurden. Der Text lautet:

Erhebt euch, M?nner des Herrn!
Was niedrig ist, das sei euch fern.
Mit Seele und Herz und Sinn und Kraft
dient eurem K?nig und Herrn!

Erhebt euch, M?nner des Herrn,
vereint in geb?ndelter Macht,
und f?hrt zum Licht die Bruderschaft.
Beendet die finstere Nacht!

Erhebt euch, M?nner des Herrn!
Die Kirche auf euch vertraut,
zu vollbringen ihr gro?es Werk,
erhebt euch, errichtet und baut!

Erhebt euch, M?nner des Herrn,
folgt seinen Spuren gern.
Als Br?der von Gottes Sohn
erhebt euch, M?nner des Herrn!
(Hymns, Nr. 324; dritte Strophe in The Oxford American Hymnal, Hg. Carl F. Pfatteicher, Nr. 256.)


Die heiligen Schriften sind in ihrer Anwendung f?r uns, liebe Br?der, ganz klar. Nephi zitiert beispielsweise Jesaja mit den Worten: ?O dass du auf meine Gebote geh?rt h?ttest ? dann w?re dein Friede gewesen wie ein Fluss und deine Rechtschaffenheit wie die Wogen des Meeres.? (1 Nephi 20:18, nach Jesaja 48:18.)

Lehis Worte sind wie ein Fanfarensto? f?r alle M?nner und Jungen des Priestertums. Er sagte mit gro?er ?berzeugung: ?Erwacht, meine S?hne; legt die Waffenr?stung der Rechtschaffenheit an. Sch?ttelt die Ketten ab, womit ihr gebunden seid, und kommt hervor aus dem Dunkel, und erhebt euch aus dem Staub.? (2 Nephi 1:23.)

In dieser gro?en Versammlung heute Abend gibt es keinen Mann, keinen Jungen, der nicht sein Leben verbessern kann. Und das muss geschehen. Schlie?lich tragen wir das Priestertum Gottes. Wenn wir Jungen sind, die das Aaronische Priestertum erhalten haben, dann haben wir Anspruch auf den Dienst der Engel, dass sie uns f?hren und leiten, uns segnen und besch?tzen. Das ist etwas sehr Bemerkenswertes und Wunderbares. Wenn uns das Melchisedekische Priestertum ?bertragen worden ist, haben wir die Schl?ssel des Reiches Gottes erhalten, die ewige M?chte mit sich bringen. Von diesen sprach der Herr, als er seinen J?ngern die H?nde auflegte.

Das Priestertum bringt die gro?e Verpflichtung mit sich, seiner w?r- dig zu sein. Wir k?nnen uns keine unreinen Gedanken erlauben. Wir d?rfen nichts mit Pornografie zu tun haben. Wir d?rfen uns niemals irgendeiner Art des Missbrauchs schuldig machen. Wir m?ssen uns ?ber all dies erheben. ?Erhebt euch, M?nner des Herrn!?, und lasst dies alles hinter euch, dann wird der Herr euch f?hren und st?tzen.

Der Prophet Jesaja hat gesagt: ?F?rchte dich nicht, denn ich bin mit dir; hab keine Angst, denn ich bin dein Gott. Ich helfe dir, ja, ich mache dich stark, ja, ich halte dich mit meiner hilfreichen Rechten.? (Jesaja 41:10.)

Es scheint einigen von euch jungen M?nnern zu gefallen, euch schluderig zu kleiden. Ich wei?, das ist ein heikles Thema, aber ich finde, das steht jungen M?nnern, die zum heiligen Priestertum Gottes ordiniert worden sind, nicht gut an. Unsere Sprache passt manchmal zu unserer Kleidung. Wir erlauben uns Gottesl?sterung, missbrauchen den Namen des Herrn. Gott hat ganz klare Worte dagegen gesprochen.

Ich bin sicher, dass Sie diese Geschichte von Pr?sident Spencer W. Kimball geh?rt haben, aber ich nehme mir die Freiheit, sie zu wiederholen. Er musste sich einer Operation im Krankenhaus unterziehen. Ein junger Krankenpfleger hatte ihn auf eine Krankenliege gelegt und fuhr ihn zum OP. Als sie in den Aufzug kamen, stie? der Krankenpfleger mit der Liege an und fluchte unter Verwendung des Namens des Herrn.

Pr?sident Kimball sagte, nur halb bei Bewusstsein: ?Bitte! Bitte! Das ist mein Herr, dessen Namen Sie schm?hen.?

Es war einen Augenblick lang totenstill, dann fl?sterte der junge Mann mit kleinlauter Stimme: ?Es tut mir leid!? (Siehe The Teachings of Spencer W. Kimball, Hg. Edward L. Kimball, 1982, Seite 198.)

Ich m?chte Ihre Aufmerksamkeit auf ein anderes Thema lenken, das mir gro?e Sorgen macht. Durch Offenbarung hat der Herr angeordnet, dass sein Volk so viel Bildung wie m?glich erlangen soll. Er hat dazu eindeutig Stellung bezogen. Aber es findet eine besorgniserregende Entwicklung statt. Elder Rolfe Kerr, Bildungsbeauftrager der Kirche, hat mir mitgeteilt, dass in den Vereinigten Staaten fast 73 Prozent der jungen Frauen einen Sekundarabschluss machen, gegen?ber nur 65 Prozent der jungen M?nner. Jungen brechen sehr viel h?ufiger die Schule ab als M?dchen.

Etwa 61 Prozent der jungen M?nner schreiben sich unmittelbar nach dem Sekundarabschluss an einer Hochschule ein, gegen?ber 72 Prozent der jungen Frauen.

1950 waren 70 Prozent derjenigen, die sich f?r Hochschulen einschrieben, m?nnlich und 30 Prozent weiblich; f?r 2010 wird vorausgesagt, dass etwa 40 Prozent m?nnlich und 60 Prozent weiblich sein werden.

Frauen haben seit 1982 j?hrlich mehr Bachelor-Titel erworben als M?nner, und seit 1986 mehr Master-Titel.

Diese Statistiken zeigen deutlich, dass die jungen M?nner von den jungen Frauen ?berfl?gelt werden, was ihre Ausbildung betrifft. Daher sage ich zu euch jungen M?nnern: Erhebt euch und bringt die n?tige Disziplin auf, um Bildungsm?glichkeiten zu nutzen. Wollt ihr ein M?dchen heiraten, dessen Ausbildung der euren weit ?berlegen ist? Wir sprechen davon, unter dem gleichen Joch zu sein. Das l?sst wohl auch auf die Frage der Ausbildung beziehen.

Dar?ber hinaus wird euch eure Ausbildung helfen, besser in der Kirche zu dienen. Vor einigen Jahren wurde eine Studie durchgef?hrt, die darauf hinwies, dass eine h?here Bildung auch gr??eren Glauben und mehr religi?ses Engagement mit sich bringt.

Ich habe bereits die Pornografie angesprochen. Sie kann leicht zu einer Sucht der schlimmsten Art werden. Ich m?chte einen Brief vorlesen, den ich von einem Opfer erhalten habe:

?Ich m?chte Ihnen etwas erz?hlen, was ich niemand anderem habe erz?hlen k?nnen. Ich bin m?nnlich, 35 Jahre alt. Seit ich erwachsen bin, war ich die meiste Zeit s?chtig nach Pornografie. Ich sch?me mich, das einzugestehen, ? aber meine Sucht ist weitgehend ebenso real wie die eines Alkoholikers oder Rauschgifts?chtigen. ?

Ich schreibe Ihnen dies vor allem, um Ihnen zu sagen, dass die Kirche den Mitgliedern gar nicht oft genug raten kann, Pornografie zu meiden. Zum ersten Mal gezeigt wurde mir solches Material, als ich noch ein Kind war. Ich wurde von einem ?lteren Vetter sexuell bel?stigt, und mit dem pornografischen Material wollte er mein Interesse wecken. Ich bin ?berzeugt, dass dies, n?mlich schon als Kind Sex und Pornografie ausgesetzt gewesen zu sein, die Ursache meiner heutigen Sucht ist.

Es ist geradezu widersinnig, dass diejenigen, die das Gesch?ft mit der Pornografie unterst?tzen, behaupten, es gehe dabei um Meinungsfreiheit. Ich bin nicht frei. Ich habe meine Entscheidungsfreiheit verloren, weil es mir nicht gelungen ist, dies zu ?berwinden. F?r mich ist es eine Falle, aus der ich mich nicht befreien kann. Bitte, bitte, bitte flehen Sie die Br?der in der Kirche an, die Quellen pornografischen Materials nicht nur zu meiden, sondern auszumerzen. Neben dem Offensichtlichen wie B?chern und Zeitschriften m?ssen sie das Bezahlfernsehen f?r Kinofilme zu Hause abschalten. Ich kenne viele, die diese Dienste nutzen und behaupten, dass sie das Schlechte ausblenden k?nnen, aber das stimmt nicht. ?

Pornografie und Perversion sind so allt?glich in unserem Leben geworden, dass die Quellen dieses Materials ?berall zu finden sind. Ich habe Pornohefte am Stra?enrand und im M?ll gefunden. Wir m?ssen mit unseren Kindern sprechen und ihnen erkl?ren, wie schlecht dies alles ist. Wir m?ssen sie auffordern, ihren Blick nicht darauf zu richten, wenn es ihnen vor Augen kommt. ?

Schlie?lich, Pr?sident Hinckley, bitte ich Sie, f?r mich und andere in der Kirche zu beten, die so sind wie ich, dass wir den Mut und die Kraft haben m?gen, dieses schreckliche Leiden zu ?berwinden.

Ich kann nicht mit meinem Namen unterschreiben und hoffe, dass sie es verstehen.?

Der Computer ist ein wunderbares Ger?t, wenn er auf die richtige Weise genutzt wird. Aber wenn man ihn nutzt, um sich mit Pornografie zu befassen, wenn er f?r so genannte Chat-Rooms oder andere Zwecke genutzt wird, die zu schlechten Angewohnheiten oder schlechten Gedanken f?hren, dann muss man genug Selbstdisziplin besitzen, ihn abzuschalten.

Der Herr hat gesagt: ?Merzt das ?beltun aus, das unter euch vorhanden ist; heiligt euch vor mir.? (LuB 43:11.) Diese Worte sind unmissverst?ndlich.

Er sagte weiter: ?Die Elemente sind die Wohnst?tte Gottes; ja, der Mensch ist die Wohnst?tte Gottes, n?mlich ein Tempel; und welcher Tempel auch immer entweiht wird, jenen Tempel wird Gott zerst?ren.? (LuB 93:35.) Es gibt hier keine Mehrdeutigkeit. Der Herr hat ganz deutlich gesagt, dass wir uns um unseren irdischen K?rper k?mmern und alles meiden m?ssen, was ihm schaden k?nnte.

Der Herr hat uns allen eine gro?e Verhei?ung gegeben, n?mlich: ?Sei dem?tig, dann wird der Herr, dein Gott, dich an der Hand f?hren und dir auf deine Gebete Antwort geben.? (LuB 112:10.)

Und weiter: ?Gott wird euch durch seinen Heiligen Geist, ja, durch die unaussprechliche Gabe des Heiligen Geistes, Erkenntnis geben, die vom Anfang der Welt an bis heute nicht offenbart worden ist.? (LuB 121:26.)

Es t?te uns allen gut, uns mit dem Leben des Herrn zu befassen und seine Worte und Taten nachzuahmen. Es t?te uns ebenfalls gut, uns mit dem Leben des Propheten Joseph Smith zu befassen. Von seinem Beispiel kann jeder von uns viel ?ber sein eigenes Verhalten lernen.

Meine Br?der, ich bezeuge die Wahrheit dieser ewigen Werte. Ich bezeuge: Wenn wir uns bem?hen, unser Leben besser zu machen, dann werden die Ergebnisse sichtbar werden. Gott segne Sie, einen jeden von Ihnen, meine lieben Br?der. All dies bezeuge ich dem?tig und dankbar im heiligen Namen Jesu Christi. Amen.